Meditation und Yoga

yoga-baumTreffen: Jeden Donnerstag 19.45 - ca. 22.00 Uhr.
Hatha-Yoga; Asanas, Atmung, entspannte Sammlung, Stille und Haltung des Yoga und der
Meditation. Bitte entsprechende Kleidung und Übungsdecke mitbringen. Einführung nach
vorheriger tel. Absprache.

Informationen:

Tel. 0511 - 400 86 36 (Sabine Reinsberg)

 

 

 

 

 

Yoga

 

(yoga-citta-vrtti-nirodha)
  Yoga-Sutra I,2

Yoga ist „die Stilllegung der Bewegungen (Wellen,Strudel) des Geistes”
(Patanjali)

 

Die acht Glieder des Yoga (Astanga)

Das Wort Yoga kommt von der Wurzel yuj = zusammenbinden, fest zusammenhalten, anschirren, ins Joch spannen.

 

1. yama (Bezähmungen)

Yama und niyama sind die Grundvoraussetzung des Yoga. In den yamas werden Gebote für das Verhalten und die innere Haltung des Yogi zur Mitwelt genannt. Die niyamas behandeln die innere Haltung gegenüber dem eigenen Körper und Gefühlen und die notwendige Disziplin für den Yoga-Weg.

Die fünf Yamas lauten:

ahimsa: (Nichtgewalt) Niemanden durch Gedanken, Worte und Taten kränken oder verletzen wollen.

satya: (Wahrhaftigkeit) bedeutet die Wahrheit hervorbringen zum Wohl aller Wesen. Man kann satya nicht einfach mit “nicht lügen” übersetzen.

Eliade: “Die Wahrhaftigkeit besteht darin, seine Worte und Gedanken mit den Taten in Übereinstimmung zu bringen. Wort und Gedanke entsprechen dem, was man gesehen, gehört oder deduziert hat. Man spricht das Wort aus, um Erkenntnis mitzuteilen. Man kann nur dann sagen, daß man sich seiner zum Besten des anderen und nicht zu seinem Nachteil bedient hat, wenn es weder trügerisch war noch verworren noch unfruchtbar. Wenn sich aber herausstellt, daß das Wort für die Kreaturen schädlich war, dann ist es, selbst wenn es ohne Betrug, ohne Verworrenheit und ohne Unfruchtbarkeit ausgesprochen wurde, nicht die Wahrheit, sondern nichts als Sünde. Deshalb muß ein jeder nachdenken und dann einzig die Wahrheit vorbringen zum Wohl aller Wesen.”

asteya: (Nicht-Stehlen) Die Enthaltung vom Diebstahl besteht in der Ausrottung des Wunsches zu stehlen. Zum Stehlen gehört auch die betrügerische Aneignung oder das Erwerben ohne entsprechenden Gegenwert, auch der Entzug von Mitteln, die anderen zustehen, bedeutet Stehlen. Bereits die Planung eines Diebstahls oder Betrugs ist steya.

brahmacarya: (wörtlich übersetzt: Brahmanwandel oder “zu brahman gehen”, “mit brahman verbunden bleiben” car = sich bewegen, gehen, wandeln)

“Die Bedeutung der Ausübung von Brahmacarya besteht darin, die Objekte, mit denen man in Kontakt gerät, als verschiedene Ausdrücke brahmas zu behandeln, und nicht als rohe Formen. Durch eine solche Vorstellung wird der Geist, obwohl er von einem Ding zum anderen geht, nicht von brahma abgelenkt, weil das kosmische Gefühl für jedes Ding vorhanden ist.” (Tantra-Definition)

Brahmacarya wird im Yoga in der Regel als sexuelle Enthaltsamkeit interpretiert. Diese Bedeutung wurde in den Jahrhunderten der Raja-Yoga-Praxis zur allgemein gültigen, obwohl das Wort “brahmacarya” keinen solche Eindeutigkeit zuläßt. In der Urbedeutung muß brahmacarya jedoch vorrangig als Übung angesehen werden, um alle Objekte der Welt (prakrti) als brahman zu empfinden; denn brahman ist alles, durchdringt alles.

Doch bereits Patanjali übersetzt brahmacarya so:

“Das Feststehen in der Enthaltsamkeit (bewirkt) das Erlangen von Kraft.” (Yoga-Sutra II,38)

„Keuschheit in Gedanken, Worten und Taten, immer und bei allen Gelegenheiten, heißt brahmacarya” (Übersetzung aus dem kurma-purana)

aparigraha: (setzt sich zusammen aus a = nicht, pari = um, herum, ringsum, grah = ergreifen, packen, nehmen) Es bedeutet also “Nicht-Besitzergreifen” oder “Nicht-Raffgierigsein”. Positiv umschrieben: Genügsamkeit im Gebrauch der Überlebensgüter. Dem Genuß von Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten des Lebens, die nicht direkt zu seiner Erhaltung beitragen, soll nicht nachgegangen werden.

 

2. niyama (Disziplinen) niyama ist die innere und körperliche Disziplin.

Die fünf niyamas lauten:

sauca: (Sauberkeit) Innere und äußere Reinlichkeit des Körpers und der Psyche. Die Beseitigung aller boshaften, egozentrischen oder zur Unruhe und Leidenschaft führenden Gefühle und Gedanken.

Zur äußeren Reinlichkeit gehört der Gebrauch von Reinigungsmitteln, Seife und Wasser um Körper und Haushalt sauber zu halten.

samtosa: (Heiterkeit, Zufriedenheit)

Tosa bedeutet das Stadium der mentalen Leichtigkeit. Samtosa bedeutet das Stadium der eigentlichen Leichtigkeit.

Eliade: “Mit dem Fehlen des Wunsches, die Bedürfnisse der Existenz zu vermehren, ist die Heiterkeit definiert.”

tapah: (Hitze, Askese, Buße)

Sri Aurobindo: „(tapah ist) göttlicher Energismus; strenge Selbstdisziplin des personalen Willens; geistige Disziplin durch Konzentration der Energien auf geistige Übung oder einen geistigen Vorgang. Die gewöhnliche Übersetzung des Wortes mit ”Buße" ist irreführend. Die Vorstellung der “Buße” kommt selten bei den strengen Übungen vor, die von den indischen Asketen durchgeführt werden. Auch war die Abtötung des Leibes nicht das Wesentliche, selbst nicht bei den strengsten und am meisten selbst-peinigenden Askesen. Das Ziel war eher, Bindung, die der Körper auf das Bewußtsein ausübt, zu zerreißen oder für das Bewußtsein und den Willen eine außergewöhnliche Energie zu erlangen, um ein geistiges oder sonstiges Ziel zu erreichen. Tapasya ist also mehr als nur eine Disziplin; wir sollen durch geistige Mittel die schöpferische, erhaltende und zerstörende göttliche Energie in uns materialisieren."

Hellmuth Maldoner, Übersetzer der Yoga-Sutras: “Der Begriff Askese hat in der heutigen Zeit einen schlechten Ruf; vielleicht deshalb, weil man darunter ”Selbstabtötung" (im negativsten Sinne), “Selbstquälerei” oder irgendwelche Fakir-Künste wie das Laufen auf glühenden Kohlen, das Sich-Durchbohren mit Nadeln usw. versteht. Dies alles lehnt der Yoga strikt ab; hier bedeutet Askese “Enthaltsamkeit, Selbstdisziplin”. Dies heißt: Beherrschung der Sinne, der eigenen Wünsche und Gedanken, des Geistes. In der Bhagavadgita wird unter Askese folgendes verstanden: Verehrung der Götter, der Gurus, der Weisen; Reinheit, Aufrichtigkeit, Keuschheit, Nicht-Verletzen; freundliche, wahrhafte und heilsame Rede; Ruhe des Geistes, Sanftmut, Schweigen, Selbstbeherrschung (17,14ff)

svadhyaya: (übersetzt:  sva = eigene,  dhyaya = Studium; das eigene Studium)

Nach Heinrich Zimmer: “Das Auswendiglernen der heiligen Texte, das Festhalten der Texte im Gedächtnis durch fortwährendes inneres Rezitieren, und das unermüdliche Meditieren über den Sinn der heiligen Formeln und Gebete.”

Eliade: “Das Studium besteht im Erlernen der Wissenschaften, die auf die Befreiung von der Existenz Bezug haben, oder in der Wiederholung der Silbe OM usw.” (Vyasa, zu Yoga-Sutra II,32).

isvarapranidhana (Hingabe an Isvara)

Sri Aurobindo über Isvara: „Isvara ist brahman, die Wirklichkeit, das Selbst, der Geist, offenbart als der, der sein Selbst-Sein besitzt und genießt, der Schöpfer des Universums und eins mit diesem. Pantheos, und doch all dem überlegen, der Ewige, der Unendliche, der Unaussprechliche, die Göttliche Transzendenz”

Isvara ist so die Gegenwart einer transzendenten Wesenheit, die sich im Personalen und Apersonalen ausdrückt. Andacht und Hingabe an Isvara bedeutet im eigentlichen Sinn, durch Realisierung des jivatman, des Individual-Selbst in seinem personalen und apersonalen Wesen, mit Isvara eins zu werden. Isvarapranidhana ist hingebende, überantwortende Meditation.

 

3. asana (Sitz, sitzen)

Yoga-Sutra II,46: “Die Sitzhaltung (sei) fest und angenehm.”

Yoga-Sutra II,47: “(Dies gelingt) durch das Schwinden der Anstrengung (und) durch das Sich-Versenken in das Unendliche.”

Samkhya-Caryca, V,24: “Jede ungezwungene und feste Sitzhaltung ist ein asana; eine andere Regel gibt es nicht.”

“Das Wesentliche ist, daß das asana dem Körper eine starre Festigkeit gibt und zu gleicher Zeit die physische Anstrengung auf ein Minimum reduziert. Man vermeidet dadurch das störende Gefühl der Ermüdung und des Schwachwerdens bestimmter Körperteile, man regelt die physiologischen Prozesse und ermöglicht es der Aufmerksamkeit, sich ausschließlich auf den fließenden Teil des Bewußtseins zu richten.” (Eliade, Yoga S. 61)

“Die Positur wird vollkommen, wenn die Anstrengung bei ihrer Ausführung verschwindet und es keine Bewegung im Körper mehr gibt. Und ihre Vollendung wird erreicht, wenn der Geist sich ins Unendliche verwandelt, das heißt, wenn er die Idee des Unendlichen sich selbst zum Inhalt macht.” (Vyasa, zu Yoga-Sutra II,47).

“Das asana ist eine von den charakteristischen Techniken der indischen Askese. Es begegnet in den Upanishaden und sogar in der vedischen Literatur, doch reichlicher sind die Anspielungen darauf im Epos (Mahabharata, Gita) und in den Purana. (...) Das asana ist eine ekagraha auf ‘körperlicher’ Ebene, eine Konzentration auf einen einzigen Punkt; der Körper ist ‘gespannt’, in einer einzigen Stellung ‘konzentriert’. Wie die ekagraha dem Fluktuieren und der Zerstreuung der ‘Bewußtseinszustände’ ein Ende macht, so das asana der Beweglichkeit und Verfügbarkeit des Körpers, in dem es die unendliche Zahl möglicher Stellungen zu einer einzigen archetypalen, ikonographischen Positur reduziert. Wir werden (...) sehen, daß die Tendenz zur ‘Einung’ und ‘Totalisierung’ allen yogischen Techniken eigentümlich ist.” (Eliade, Yoga S. 62ff)

4. pranayama (von prana und ayama = Spannung, Dehnung, Hemmung). “Pranayama ist die ‘Dehnung’ oder ‘Verlängerung’ des Atems mit dem Ziel des Atemstillstands.

“Prana” (pira = vorwärts, hervor; und an = atmen, hauchen) ist die Lebenskraft, die alldurchdringende Energie, das Prinzip der Bewegung. Prana erfährt die verschiedensten Modifikationen und umfaßt alle Energien des Universums (prakrti shakti) und der Lebewesen (kundalini shakti). Der Atem ist nur eine Funktion des Prana." (Kommentar von Hellmuth Maldoner zu Yoga-Sutras)

Pranayama ist eine Form von ekagraha, der Konzentration auf einen einzigen Punkt. Die Rhythmisierung und Verlangsamung der Atmung bringt eine Kontinuität in den Denk- und Empfindungsfluß.

„Der Atemrhythmus entsteht durch Harmonisierung der drei ‘Momente’, der Einatmung (puraka), der Ausatmung (recaka) und der Bewahrung der Luft (kumbhaka).” (Eliade, Yoga, S. 66)

Die Zahl der pranayama-Übungen ist groß. Die Länge der drei Atmungsphasen wird von den Yoga-Lehrenden unterschiedlich angegeben. Sie schwankt von natürlicher bis unnatürlicher Verlangsamung und Metrisierung der Atmung.

Auch das Anhalten der Luft nach der Einatmung ist nicht unumstritten. Manche Yoga-Lehrenden halten ein kumbhaka (Anhalten der Atmung) nach der Ausatmung - vor der erneuten Einatmung - für natürlich. Hiernach ist die Ausatmung immer länger als die Einatmung und wird durch kumbhaka, also einer Pause vor der nächsten Einatmung, noch verlängert.

Meine eigene Erfahrung geht dahin, daß eine verlängerte Ausatmung ohne Zwang durch Rhythmisierung der Atmung nach längerer Meditationspraxis fast in jeden Fall eintritt, ebenso die Pause zwischen Ausatmung und erneuter Einatmung.

Die Praxis der zwanghaft metrisierten Ein- und Ausatmung mit Pause nach der Einatmung wird von einigen Lehrenden als gefährlich und dem Yoga zuwiderlaufend, weil unnatürlich, eingestuft.

“Die Rhythmisierung der Atmung bis zu ihrer Aussetzung erleichtert sehr die Konzentration (dharana), denn so sagt Patanjali (Yoga-Sutra II,53,53), durch den pranayama zerreißt der Schleier der Finsternis und der Intellekt wird zur Konzentration (dharana, II,53) fähig. Der Yogin kann die Qualität seiner Konzentration durch den pratyahara verifizieren (man übersetzt diesen Terminus allgemein mit ”Zurückziehung der Sinne" oder “Abstraktion”, doch wir übersetzen lieber mit “Fähigkeit, die Empfindungstätigkeit aus der Gewalt der äußeren Objekte zu befreien”). (Eliade)

5. pratyahara (das Zurücknehmen der Sinnesfunktion von den Objektwelt)

“(Der) Entzug der Empfindungstätigkeit aus der Herrschaft der äußeren Gegenstände ist die letzte Stufe der psycho-physischen Askese. Von nun an wird der Yogin nicht mehr durch die Sinne, die Empfindungstätigkeit, das Gedächtnis usw. ‘zerstreut’ oder ‘gestört’ werden. Alle Tätigkeit ist aufgehoben. Das citta - die psychische Kraft, welche die von außen kommenden Empfindungen erhellt - vermag den Objekten als Spiegel zu dienen, ohne daß die Sinne sich dazwischenschalten. Der profane Mensch ist nicht imstande, diese Freiheit zu erlangen, weil sein Geist nicht stabil ist, sondern im Gegenteil unaufhörlich durch die Tätigkeit der Sinne, durch das Unbewußte und den ‘Lebensdurst’ Gewalt erleidet. Den citta-vrtti-nirodha (Aufhebung der psychomentalen Zustände) verwirklichend weilt das citta in sich selbst (svarupamatre). Doch diese ‘Autonomie’ des Intellekts hat nicht die Aufhebung der ‘Phänomene’ im Gefolge. Obwohl von den Phänomenen abgelöst, fährt der Yogin fort, sie zu betrachten. Statt wie bisher vermittels der Formen (rupa) und der inneren Zustände (citta-vrtti) zu erkennen, betrachtet er direkt das Wesen (tattva) aller Gegenstände. Die Autonomie gegenüber den Stimuli der äußeren Welt und gegenüber der Dynamik des Unterbewußten, welche der Yogin mittels des pratyahara verwirklicht, ermöglicht ihm die Erprobung einer dreifachen Technik, in den Texten samyama genannt.

 

Die drei samyama:

6. dharana (von der Wurzel dhr = zusammengedrückt halten, Konzentration auf einen Punkt)

Patanjalis Definition: “Das Festbinden des Geistes an eine Stelle (Punkt).”

dharana ist die Wahrnehmung des Einen-ohne-ein Zweites (advaita).

Im Yoga-Sara-Samgraha heißt es, daß zwölf pranayama (also kontrolliert gleich-verlangsamte Ein- und Ausatmungen) die Zeit ist, wo die Konzentration auf ein Objekt ununterbrochen stattfinden soll, damit es dharana ist.

Punkte der Konzentration auf den advaita (das Eine-ohne-ein-Zweites)  nach Vyasa das Zentrum des Nabels, der Lotus des Herzens, das Licht des Hauptes, die Nasenspitze, die Zungenspitze oder ein beliebiger anderer Ort oder Gegenstand.

Oft werden als Punkte der dharana die auch im Tantra bekannten chakras - es werden sieben Hauptchakras genannt - gewählt.

Die Konzentration ist eine ausschließliche, da in der Stufe des pratyahara schon die Sinne von den äußeren Objekten abgezogen waren.

Die gesamte Wahrnehmung findet im Konzentrationspunkt statt. Das chakra als Stelle der Konzentration dehnt sich, da es in der Wahrnehmung zum Einen-ohne-ein-Zweites wird, ins Unbegrenzte, umfaßt bei erfolgreicher dharana die ganze Schöpfung.

Wird dieser Zustand des Einen-ohne-ein-Zweites (advaita) über längere Zeit aufrechterhalten - das Yoga-Sara-Samgraha spricht von zwölf dharana, also 12 x 12 pranayama - so ist dies:

7. dhyana: (Pali: jhana = Versenkung)

Yoga-Sutra III,2: “Das ununterbrochene Fließen (Ausbreiten) einer einzigen Vorstellung dorthin (in den Konzentrationspunkt) (ist) Meditation (dhyana).”

Vijnana Bhiksu (Yoga-Sara-Samgraha, S.45): “Wenn nach der Ausführung von dharana der Geist es fertig gebracht hat, eine lange Zeit vor sich selbst stehenzubleiben als Meditationsgegenstand, dann gelangt man zum dhyana.”

Im dhyana wird das Objekt assimiliert, in seinem Wesen erkannt.

dhyana ist gekennzeichnet durch andauernde Konzentration, das Fehlen von Assoziationen, Analogien oder Symbolen, das direkte Wahrnehmen des Wesens der Dinge.

Wird dhyana längere Zeit aufrechterhalten und vertieft, so erlangt der Übende den Zustand des samadhi.

8. samadhi: (entweder von sam = zusammen mit adhi = dem Ursprung oder von sam = zusammen  a = heran, herbei, hinzu dha =  setzen, legen, hingeben)

Yoga-Sutra,III,3: “So dort nur noch das Objekt allein leuchtet, gleichsam leer von der eigenen Form (svarupa), (ist dies) samadhi.”

Mircea Eliade, Yoga, S.87 “... samadhi ist jener kontemplative Zustand, in dem das Denken die Form des Objektes unmittelbar, ohne Hilfe der Kategorien und der Einbildungskraft ergreift, der Zustand, in dem das Objekt sich ‘in sich selbst’ (svarupa), in seinem Wesentlichen enthüllt und als ob es ‘leer von sich selbst wäre’. (Yoga-Sutra III,3). Vacaspati Misra zitiert in seinem Kommentar zu diesem Text eine Passus des Visnu-Purana (VI,7,90) wo es heißt, daß der Yogin, der von der ‘Einbildungskraft’ keinen Gebrauch mehr macht, Akt und Objekt der Meditation nicht länger als voneinander getrennt betrachtet. Es besteht eine reale Koinzidenz (Übereinstimmung) zwischen der Erkenntnis des Objektes und dem Objekt der Erkenntnis; das Objekt stellt sich dem Bewußtsein nicht mehr in den Relationen dar, die es bestimmen und als Phänomen definieren, sondern ‘wie wenn es leer von sich selbst wäre’. Illusion und Imagination (kalpana) sind also durch den samadhi endgültig aufgehoben.(...) Vijnana Bhiksu fügt hinzu, daß zwischen dhyana und samadhi ein deutlicher Unterschied besteht: Die Meditation kann unterbrochen werden, ‘wenn die Sinne mit sie anziehenden Objekten in Berührung treten, während der samadhi ein unverletzlicher, gegenüber den Stimuli völlig abgeschlossener Zustand ist. Es wäre jedoch verfehlt, diesen yogischen Zustand für eine einfache hypnotische Trance zu halten.(...)Einige Stellen des Mahabharata legen die volkstümliche indische Vorstellung von der hypnotischen Trance dar; und zwar ist sie nach dieser Vorstellung nur eine automatische Sperrung des ‘Bewußtseinsflusses’ und nicht eine yogische ekagraha (Konzentration auf einen Punkt).”

“(Doch) mehr als ‘Erkenntnis’ ist der samadhi ein ‘Zustand’, eine für den Yoga spezifische enstatische Modalität. Wie wir sogleich sehen werden, ermöglicht dieser ‘Zustand’ die Selbstoffenbarung des Selbst (purusa), und zwar durch einen Akt, der nicht Bestandteil eines ‘Erlebnisses’ ist. Aber nicht jeder samadhi offenbart das Selbst, nicht jede ‘Stase’ verwirklicht die endliche Befreiung.

 

 

Yoga-Abende im BBH

 

Yoga ist ein Verbinden der körperlichen, seelischen und geistigen Bereiche des Menschen.
(Eigenverantwortlichkeit, Disziplin, Achtsamkeit, Wachheit)

Ein Yoga-Übender achtet auf die Lebensführung (Leben ist Yoga (Sri Aurobindo))

insbesondere auf

- die innerer Haltung (Ruhe, Gleichmut, ethisches Verhalten (yama und niyama)

- die Atmung - das Pranayama

- die körperliche Übung - das Asana

- Meditation

 

Das wichtigste am Übungsablauf ist, daß er bewußt gemacht wird. Yoga wirkt auf den ganzen Menschen, erfordert für die Übung aber auch den ganzen Menschen.

 

Vorbereitung:

- keine berauschenden Mittel

- vegetarische Ernährung (sollte angestrebt werden)

- 2-3 Stunden vor Meditation oder Asana keine Nahrung, wenig trinken.

- saubere Kleidung

- lockere, leichte Kleidung (ev. Baumwolle). Uhren, Schmuck und Brille bitte ablegen

- Reinigung des Körpers, z.B. Halbbad vor der Meditation und den Asana
  Halbbad bedeutet: Waschen der Unterarme und Hände, der Füße bis zum Knie
  und waschen des Gesichts.

- Saubere Unterlage Decke mitbringen.

 

Vorbereitung des Raumes:

- Durchlüften des Raumes und Fenster geöffnet lassen

- Reinigen des Raumes

- nach den Übungen: Aufräumen des Raumes, denn wir sind überall nur Gast

 

Während der Übungen:

- Stille (ruhige Atmung, ruhige und leise Bewegungen)

- Bewegung (ruhig, fließend, gelassen, diszipliniert)

- Übungen auf der Decke ausführen, nicht auf dem blanken Boden.

  Hinweis: Für Übende mit Bluthochdruck, Wirbelsäulenproblemen (-verletzungen)
  ist bei bestimmten asana (z.B. Umkehrübungen) Vorsicht angebracht. Das Gleiche
  gilt für Schwangerschaft und Menstruation.

 

Asanas:

Tiefenentspannung - Sawasana
Halbmond - Ardha-Chandrasana (ca. 8)
Hase - Schaschangasana (ca. 8)
Rumpfbeuge -Padhahastasana (3 x zu jeder Seite)
Kobra -Bhujangasana (ca. 8)
Heuschrecke (ca. 8)
Halbbogen - Dhanurasana ( 3 x zu jeder Seite)
Löwe - Simkasana ( ca. 8)
Drehsitz - Ardha-Matsyendrasana (3 x zu jeder Seite)
Schulterstand, Pflug und Fisch - Sirsasana, Halasana, Matsyasana (3 x)
Delphin - Shirshasana ( ca. 3)
Saugpumpe
Baum - Vriksasana (3 x zu jeder Seite)
Lockerungsübungen
Tiefenentspannung

 

Zwischen den asana wird jeweils entspannt (im Liegen oder Sitzen)

 

Meditation (40 Minuten)